Wenn die eigene Montage an ihre Grenzen stößt – ein Großauftrag, ein Anlauf, eine Saisonspitze –, stellt sich fast immer dieselbe Frage: zusätzliche Leute in die eigene Halle holen oder die Baugruppen außer Haus montieren lassen? Die Stundensätze allein beantworten sie nicht. Entscheidend sind die Kosten, die in keiner Stundenrechnung stehen, die Flexibilität bei schwankenden Mengen und die Frage, wer für Anleitung, Kontrolle und Ergebnis zuständig ist. Dieser Vergleich rechnet beide Wege mit Zahlen für 2026 durch.
Welche zwei Wege gibt es, eine Montagespitze abzufangen?
Weg 1: Aushilfen in der eigenen Halle. Sie stellen befristet ein oder holen Kräfte über Zeitarbeit dazu. Die Montage bleibt bei Ihnen, Ihr Meister weist ein, Ihre Qualitätssicherung prüft, Ihre Fläche und Ihre Werkzeuge werden genutzt.
Weg 2: Lohnmontage. Sie vergeben die Baugruppe als Auftrag an einen Montagedienstleister. Teile, Vorrichtungen und Stückliste gehen per Spedition dorthin, fertige Baugruppen kommen geprüft zurück. Wir montieren nicht in Ihrem Werk: Die Teile werden binnen 24 Stunden abgeholt, an unseren Standorten in Tschechien zu Baugruppen montiert und geprüft zurückgeliefert.
Beide Wege sind legitim. Sie unterscheiden sich vor allem darin, was Sie steuern müssen: Menschen oder ein Ergebnis.
Was kostet eine Montagestunde 2026 im Vergleich?
| Kennzahl | Wert |
|---|---|
| Durchschnittliche Arbeitskosten je Stunde, Deutschland | rund 43 € |
| Durchschnittliche Arbeitskosten je Stunde, Tschechien | rund 20 € |
| Aushilfe für einfache Montage in Deutschland, Kosten je Stunde | 21 € – 27 € |
| Lohnmontage in unseren Hallen, je Stunde | 14,50 € – 19,00 € |
Quelle der Arbeitskosten: Eurostat, Arbeitskostenerhebung – Schätzung 2025, gerundet (2025). Die Werte für Aushilfen sind Spannen für einfache Montagetätigkeiten und hängen von Region, Tarif und Einsatzdauer ab. Richtwerte 2026 – unverbindlich. Ihr konkretes Angebot erhalten Sie nach Anfrage und Muster.
Wichtig für die Einordnung: Der Hallensatz für die Lohnmontage enthält bereits Arbeitsplatz, Werkzeug, Anleitung durch die Schichtleitung, Zwischenkontrollen, 100 % Ausgangskontrolle und Protokoll. Der Satz für eine Aushilfe deckt nur die Person.
Rechenbeispiel: Was kosten 10.000 und 50.000 Baugruppen auf beiden Wegen?
Eine Baugruppe mit vier Schrauben, zwei Prüfmerkmalen und etwas Handling braucht 44 Sekunden. Die Montagezeit ist auf beiden Wegen dieselbe – geübte Hände schrauben in Deutschland nicht langsamer als in Tschechien. Das Werk liegt rund 300 km vom nächsten Standort entfernt.
| Position | 10.000 Stück eigene Halle | 10.000 Stück Lohnmontage | 50.000 Stück eigene Halle | 50.000 Stück Lohnmontage |
|---|---|---|---|---|
| Montagestunden | 122 | 122 | 611 | 611 |
| Arbeit | 2.567 € – 3.300 € | 1.772 € – 2.322 € | 12.833 € – 16.500 € | 8.861 € – 11.611 € |
| Einrichtung | interne Kosten | 60 € | interne Kosten | 60 € |
| Transport hin und zurück | – | 666 € | – | 1.370 € |
| Summe sichtbarer Kosten | 2.567 € – 3.300 € | 2.498 € – 3.048 € | 12.833 € – 16.500 € | 10.291 € – 13.041 € |
Das Ergebnis ist ehrlicher, als man es von einem Anbieter erwarten würde: Bei 10.000 Stück liegen beide Wege nah beieinander, weil der Transport einen spürbaren Teil ausmacht. Bei 50.000 Stück fährt ein Komplett-LKW, der Transport verteilt sich auf viel mehr Baugruppen, und die Lohnmontage wird deutlich günstiger. Noch nicht eingerechnet sind auf der linken Seite die Kosten, die in keiner Stundenrechnung auftauchen.
Welche Kosten stehen in keiner Stundenrechnung?
- Fläche: Zusätzliche Montageplätze brauchen Platz, Beleuchtung, Druckluft und Materialbereitstellung – Fläche, die oft gerade dann fehlt, wenn die Spitze kommt.
- Einarbeitung: Jede neue Kraft braucht Anleitung durch einen erfahrenen Mitarbeiter, der in dieser Zeit selbst nicht montiert.
- Führung und Kontrolle: Einteilung, Anwesenheit, Qualitätskontrolle, Nacharbeit fehlerhafter Stücke – das leisten Ihre Meister zusätzlich.
- Werkzeug und Vorrichtungen: Mehr Plätze bedeuten mehr Schrauber, mehr Aufnahmen, mehr Prüfmittel.
- Ausfälle und Wechsel: Krankheit, Kündigung, neue Gesichter nach wenigen Wochen – jedes Mal beginnt die Einarbeitung von vorn.
- Leerlauf: Kommen die Teile vom Lieferanten zu spät, stehen bezahlte Kräfte ohne Arbeit da.
Wie groß dieser Block in Ihrem Betrieb ist, zeigt ein einfacher Rückblick auf die letzte Montagespitze: Notieren Sie die Stunden, die Meister und Qualitätssicherung mit Einweisen, Nachprüfen und Umplanen verbracht haben, dazu die Tage, an denen Aushilfen auf Teile warteten. Geteilt durch die Zahl der montierten Baugruppen ergibt das einen Zuschlag je Stück, der in der Tabelle oben links noch fehlt – und der in vielen Betrieben größer ist als der Transport auf der rechten Seite.
Bei der Lohnmontage sind diese Posten im Hallensatz enthalten. Sie zahlen montierte, geprüfte Baugruppen oder nachgewiesene Stunden – nicht die Wartezeit auf ein fehlendes Teil.
Wie flexibel sind beide Modelle bei schwankenden Mengen?
Aushilfen lassen sich aufstocken, aber nicht beliebig schnell und nicht beliebig kurz. Wer für zwei Wochen Montage Leute sucht, einarbeitet und wieder abmeldet, verliert einen großen Teil der Zeit an Anlauf. Zeitarbeit verkürzt die Suche, nicht die Einarbeitung.
In der Lohnmontage verteilt der Dienstleister die Arbeit auf seine Kapazität. An unseren sieben Standorten stehen bis zu 2.000 Arbeitsstunden am Tag zur Verfügung; die Abholung organisieren wir binnen 24 Stunden, das Erstmuster liegt 2–5 Tage nach Wareneingang vor. Für Spitzen kommen Wochenendschichten mit + 25 % hinzu. Folgt ein zweiter Abruf, läuft er nach derselben freigegebenen Anweisung ohne neue Einarbeitung. Bleibt er aus, entstehen Ihnen keine laufenden Kosten.
Wer ist wofür verantwortlich?
| Aufgabe | Aushilfen in der eigenen Halle | Lohnmontage |
|---|---|---|
| Arbeitsanweisung | Ihr Meister | Dienstleister, Freigabe durch Sie |
| Einteilung und Anwesenheit | Sie | Dienstleister |
| Prüfung im Takt und Ausgangskontrolle | Ihre Qualitätssicherung | Dienstleister nach Ihren Prüfmerkmalen |
| Dokumentation je Los | Ihre Organisation | Montageprotokoll des Dienstleisters |
| Beistellung und Bestand | Ihr Lager | Ihre Lieferung, Bestandsführung beim Dienstleister |
Wir versprechen keinen Fehleranteil, sondern einen nachvollziehbaren Prozess: Erstmuster mit Freigabe, Montageanweisung, Prüfung im Takt, 100 % Ausgangskontrolle und Protokoll je Los. Beim Einsatz von Aushilfen tragen Sie selbst alle Aufgaben der rechten Spalte. Für arbeitsrechtliche Fragen zu befristeten Kräften oder zur Zeitarbeit wenden Sie sich an Ihre Personalabteilung oder einen Fachanwalt – hier geht es nur um Kosten und Organisation.
Wann ist die eigene Halle die bessere Wahl?
- bei sehr kleinen Stückzahlen, bei denen Transport und Einrichtung den Preis dominieren,
- wenn die Baugruppe an Ihrer Linie weiterverarbeitet wird und kein Puffer möglich ist,
- wenn Prüfstände oder Anlagen nötig sind, die sich nicht bewegen lassen,
- wenn sich Konstruktion und Anweisung noch täglich ändern.
In allen anderen Fällen – wiederkehrende Serien, planbare Abrufe, knappe Fläche, fehlende Leute – lohnt der Vergleich mit einem konkreten Angebot.
Wie kommen Sie zu belastbaren Zahlen für Ihren Fall?
Schicken Sie Zeichnung, Stückliste, Stückzahl und Termin über die Anfrage. Binnen 24 Stunden erhalten Sie ein Angebot mit geschätzter Taktzeit, das Sie direkt neben Ihre eigene Stundenrechnung legen können. Für einen ersten Überschlag eignet sich der Montagerechner; wie aus der gemessenen Zeit ein fester Preis wird, erklärt der Ratgeber Taktzeit messen. Mehr zur Rolle eines Montagedienstleisters lesen Sie unter Montagedienstleister.