Kein Montagedienstleister montiert schneller, als die Teile es zulassen. Die meisten Verzögerungen in der Lohnmontage entstehen nicht am Montageplatz, sondern vorher: Eine Position der Stückliste fehlt in der Lieferung, Schrauben zweier Längen liegen im selben Beutel, der Klebstoff ist abgelaufen, die Vorrichtung steht noch im eigenen Werkzeuglager. Diese Checkliste führt durch alles, was Sie vor der Abholung vorbereiten sollten, damit der Wareneingang glatt läuft und die Serie am geplanten Tag startet.
Wer stellt bei der Lohnmontage was bei?
Grundsätzlich gilt: Einzelteile, Normteile, Klebstoffe und Verpackung stellen Sie nach Stückliste bei; Normteile wie Schrauben, O-Ringe oder Clips beschaffen wir nach Absprache und rechnen sie mit Beleg ab. Werkzeuge für die Montage selbst – Druckluftschrauber, Handpressen, Montagetische – sind an unseren Standorten vorhanden. Die Aufteilung im Überblick:
| Material | Wer liefert | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Einzelteile und Unterbaugruppen | Sie oder Ihr Lieferant | vollständig nach Stückliste, sortenrein verpackt |
| Normteile (Schrauben, Muttern, O-Ringe, Clips) | Sie – oder wir nach Absprache | eindeutige Bezeichnung, getrennt nach Größe |
| Klebstoffe, Fette, Schraubensicherung | Sie | Sorte laut Zeichnung, Datenblatt, Haltbarkeit |
| Vorrichtungen, Lehren, Prüfadapter | Sie – oder einfache Aufnahme von uns | funktionsfähig, mit Kurzbeschreibung |
| Typenschilder, Etiketten, Verpackung | Sie | passend zur Variante, mit Reserve |
| Zeichnung, Stückliste, Prüfmerkmale | Sie | gleicher Änderungsstand wie die Teile |
Was genau als Beistellung gilt und wie sie abgerechnet wird, erklärt unser Lexikon-Eintrag Beistellmaterial.
Checkliste: Wie bereiten Sie die Beistellung in sieben Schritten vor?
1. Ist die Stückliste vollständig und aktuell?
Die Stückliste ist die Grundlage für Wareneingang, Bestandsführung und Montageanweisung. Prüfen Sie vor dem Versand: Stimmen Teilenummer, Benennung und Menge je Baugruppe? Sind auch Kleinteile aufgeführt, die in der eigenen Montage „einfach aus dem Regal“ genommen werden – Unterlegscheiben, Kabelbinder, Schutzkappen? Ist vermerkt, wer welche Position liefert? Eine Stückliste ohne diese Spalte führt fast immer zu einem Fehlteil. Am zuverlässigsten ist der Abgleich an einem zerlegten Musterteil: Jedes Teil, das auf dem Tisch liegt, muss eine Zeile in der Liste haben – und jede Zeile ein Teil. Dieser Test dauert eine Viertelstunde und erspart oft einen zweiten Transport. Hinweise zum Aufbau finden Sie im Lexikon unter Stückliste.
2. Welche Mengen sollten Sie schicken?
Rechnen Sie die Menge je Position aus Stückzahl × Menge je Baugruppe und legen Sie bei Normteilen und empfindlichen Kleinteilen eine Reserve dazu: Schrauben fallen herunter, O-Ringe reißen beim Aufziehen, ein Clip bricht. Wie groß die Reserve sein soll, stimmen wir im Angebot mit Ihnen ab; übrig gebliebene Teile schicken wir mit der Rücklieferung zurück, oder sie lagern bis zum folgenden Abruf an unserem Standort. Für Musterläufe und das Erstmuster reicht eine kleinere Teilmenge, die Serie kann später nachfolgen.
3. Wie sollten die Teile verpackt und gekennzeichnet sein?
- eine Teilenummer je Karton oder Behälter, nie zwei Sorten gemischt,
- Etikett mit Teilenummer, Benennung, Menge und Änderungsstand außen gut lesbar,
- empfindliche Sichtflächen mit Zwischenlagen, Gewindeteile gegen Beschädigung geschützt,
- Lieferschein je Palette mit allen Positionen und Mengen.
Sortenreine, beschriftete Behälter sparen im Wareneingang Stunden und am Montageplatz Sekunden je Baugruppe – beides zahlen Sie am Ende mit.
4. Wer beschafft die Normteile?
Wenn Sie Normteile ohnehin in großen Mengen einkaufen, ist die Beistellung meist günstiger. Fehlt Ihnen der Aufwand, übernehmen wir die Beschaffung nach Ihrer Spezifikation: Norm, Werkstoff, Oberfläche, Festigkeitsklasse. Abgerechnet wird mit Beleg, ohne versteckten Aufschlag im Stückpreis. Wichtig ist nur, dass die Spezifikation eindeutig ist – „M5×12 verzinkt“ reicht bei sicherheitsrelevanten Verschraubungen nicht.
5. Was gehört zu Hilfsstoffen und Vorrichtungen?
Für Klebstoffe, Fette und Schraubensicherungen legen Sie das Datenblatt bei und achten auf die Haltbarkeit bis über das geplante Serienende hinaus. Vorrichtungen, Lehren und Prüfadapter schicken Sie mit einer kurzen Beschreibung oder einem Foto im Einsatz. Montagevorrichtungen, Lehren, Prüfmittel und Spezialwerkzeug stellen Sie bei – oder wir lassen nach Ihrer Zeichnung eine einfache Aufnahme als eigene Angebotsposition anfertigen; Druckluftschrauber mit einstellbarem Drehmoment, Handpressen und Montagetische sind an unseren Standorten vorhanden. Die Aufnahme einer Vorrichtung ist Teil der einmaligen Einrichtung von 60 € – 180 € je Montageplatz (Richtwert – Angebot nach Anfrage und Muster).
6. Welche Papiere braucht die Sendung?
EU-Binnenmarkt – kein Zoll, keine Ausfuhranmeldung; Lieferschein und Pro-forma-Rechnung für den Warenverkehr genügen. Auf dem Lieferschein sollten alle Positionen mit Teilenummer und Menge stehen, damit der Abgleich mit der Stückliste ohne Rückfrage möglich ist. Die Abholung organisieren wir über Partnerspeditionen binnen 24 Stunden; eine Stückgutpalette kostet je nach Entfernung ab 85 € je Richtung, bei rund 300 km etwa 111 €. Richtwerte 2026 – unverbindlich. Ihr konkretes Angebot erhalten Sie nach Anfrage und Muster. Der Ablauf des Transports ist im Ratgeber von APOOL WERKE zum Transport Deutschland–Tschechien ausführlich beschrieben.
7. Was passiert beim Wareneingang mit Fehlteilen?
Jede Position wird gezählt oder gewogen, fotografiert und gegen die Stückliste gebucht. Fehlende oder beschädigte Beistellteile melden wir schon beim Wareneingang mit Foto; Baugruppen, die die Prüfung im Takt nicht bestehen, werden gesperrt, gekennzeichnet und im Montageprotokoll getrennt ausgewiesen. Sie erhalten die Fehlteilmeldung mit Position, Soll- und Ist-Menge und Foto am selben Tag. Dann entscheiden Sie: nachliefern, mit einer Teilmenge beginnen oder die Montage verschieben. Ohne Ihre Entscheidung ersetzen wir kein Teil durch ein „ähnliches“.
Welche Fehlteile treten am häufigsten auf?
| Typischer Fall | Ursache | Vorbeugung |
|---|---|---|
| Normteil fehlt ganz | in der eigenen Montage aus dem Kanban-Regal genommen, nie in der Stückliste | Stückliste gegen ein zerlegtes Musterteil prüfen |
| Zu wenig Kleinteile | keine Reserve für Verlust und Bruch | Reserve im Angebot vereinbaren |
| Falscher Änderungsstand | Restbestand alter Teile mitgeschickt | Index auf jedem Behälteretikett |
| Gemischte Sorten | zwei Längen im selben Beutel | eine Teilenummer je Gebinde |
| Beschädigte Teile | ungeschützte Sichtflächen, Gewinde gestaucht | Zwischenlagen, feste Kartons |
| Hilfsstoff abgelaufen | Restgebinde aus dem Lager | Haltbarkeit vor Versand prüfen |
Wie behalten Sie den Überblick über den Bestand bei uns?
Die Beistellteile führen wir seit 2019 digital je Los: Eingang, Verbrauch nach montierten Baugruppen, Ausschuss mit Grund und Restbestand. Reicht eine Position nicht mehr für den nächsten Abruf, melden wir das rechtzeitig, damit Ihr Einkauf nachbestellen kann. Nach Serienende erhalten Sie eine Aufstellung aller Restmengen – sie gehen mit der Rücklieferung zurück oder bleiben eingelagert, wenn weitere Abrufe folgen.
Wie geht es nach dem Wareneingang weiter?
Ist die Beistellung vollständig, beginnt das Erstmuster, das 2–5 Tage nach Wareneingang vorliegt. Wie die Anweisung für den Montageplatz entsteht, beschreibt der Ratgeber Montageanweisung für die Lohnmontage erstellen; welche Kosten auf Sie zukommen, zeigt Was kostet Serienmontage pro Stück?. Den vollständigen Ablauf von der Anfrage bis zur Rücklieferung finden Sie unter So arbeiten wir. Fragen zur Beistellung beantwortet Elisabeth Zachová unter +420 604 373 376.